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Beteiligungen an Frachtschiffen

Von: B. Russin

Schon vor Jahrhunderten gab es das Problem, dass Schiffe nicht ganz so einfach zu finanzieren sind. Für einen einzelnen Kaufmann verschlang der Bau eines Schiffes meist zu viel Kapital. Seit dem Mittelalter schlossen Kaufleute aus den Hansestädten zusammen, um gemeinsam eine Kogge zu finanzieren. Die Gewinne wurden geteilt, aber auch das Risiko. Das Bild hat sich über die Jahrhunderte nicht stark verändert. Noch heute werden in Norddeutschland jede Menge Containerschiffe finanziert. Mehr als fünfzig Emissionshäuser für Schiffsfinanzierungen buhlen um das Kapital der Anleger.

Schiffsfonds sind keine gewöhnlichen Geldanlagen. Es handelt sich dabei meist um geschlossene Beteiligungsgesellschaften. Oft wird das Projekt von einer Reederei angestoßen, die ein Schiff benötigt. Über ein Emissionshaus sucht sie Anleger, die bereit sind das Schiff anteilig mitzufinanzieren. Die Anleger können nur während eines festgelegten Zeitraums Anteile an der Schiffsbeteiligungsgesellschaft erwerben, der spätestens dann endet, wenn genügend Anlegergelder eingesammelt wurden, um das Schiff zu bauen oder zu erwerben. Die Mindesthöhe für Beteiligungen fängt bei 10.000 EUR an. In der Regel wird nur die eine Hälfte der Investitionssumme durch Beteiligungen finanziert. Die andere Hälfte wird über einen Bankkredit in Form eines Schiffshypothekendarlehens abgedeckt. Bereits Monate bevor das Schiff den Hafen verlässt werden schon Charterverträge mit festgelegten Frachtraten – meist für mehrere Jahre im Voraus – festgelegt. Von der Höhe der Charter, den Betriebskosten, Verwaltungskosten und Fremdkapitalkosten hängt die Höhe der Ausschüttung ab, die meist jährlich an die Anleger ausgekehrt wird. Eine Schiffsbeteiligung hat in der Regel eine Laufzeit von mehr als 10 Jahren. Das heißt, wenn der erste Chartervertrag ausläuft, dessen Laufzeit selten mehr als 5 Jahre beträgt, muss eine Anschlusscharter gefunden werden. Die Rendite die der Schiffsfonds letztendlich für die Anleger abwirft hängt wesentlich von der Höhe der Anschlusscharter ab. Daneben spielt natürlich noch andere Faktoren wie die Höhe des Restverkaufspreises des Schiffs am Ende der Laufzeit eine wichtige Rolle.

Da Schiffsbeteiligungen keine standardisierten Anlageprodukte sind sollte man sich vor der Entscheidung für ein konkretes Produkt gründlich informieren. Dazu gehört der Vergleich der Kalkulation mit den Kalkulationen anderer Projekte. Wie sieht es mit den Kosten aus? Sind die prognostizierten Erträge realistisch? Solche Fragen sollten auf jeden Fall positiv beantwortet werden, bevor eine Beteiligung eingegangen. Auch das Hinzuziehen von unabhängigen Experten kann nicht schaden.



Artikel Quelle: http://www.artikelverzeichnis-artikel.de


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